Bahnmeisterei Itzehoe

Über die Geschichte der Bahnmeisterei Itzehoe ist leider wenig bekannt. Vermutlich wurde bereits mit dem Bau bzw. der Eröffnung der Strecke Glückstadt - Itzehoe im Jahre 1857 an deren vorläufigem Endbahnhof eine für die Instandhaltung dortiger Gleisanlagen, Gebäude und technischer Einrichtungen zuständige Stelle eingerichtet; den Charakter einer eigenen Dienststelle wird diese jedoch wohl noch nicht gehabt haben.


Sicher ist, daß spätestens mit der Verlängerung der Marschbahn über Itzehoe hinaus im Jahre 1878 eine Bahnmeisterei in Itzehoe als selbständige Dienststelle gegründet wurde. Es gibt Hinweise darauf, daß zumindest deren Verwaltungsteil zunächst mit im Gebäude der Güterabfertigung (dem späteren Übernachtungsgebäude an der Bahnhofstraße) untergebracht war. Werkstätten könnten aber auch zu dieser Zeit bereits auf der Westseite der Gleisanlagen bestanden haben. Spätestens mit der Umgestaltung der Itzehoer Bahnanlagen im Jahre 1911 wurde die Bahnmeisterei Itzehoe mit Errichtung des heute noch bestehenden langgestreckten Flachdachgebäudes insgesamt an den Leuenkamp verlegt.


Neben der Oberbauinstandhaltung in Itzehoe selbst und auf den angrenzenden Streckenabschnitten bis Heiligenstedten, Edendorf und Kremperheide (ausschließlich) war die Dienststelle zu dieser Zeit auch für die Instandhaltung der Hochbauten sowie der signal- und fernmeldetechnischen Anlagen dieses Bezirks verantwortlich; dementsprechenden Werkstätten (Tischlerei, Schlosserei, Schmiede) waren vorhanden.
Daneben gehörten auch die Schrankenposten zur Bahnmeisterei.
Administrativ war die Bahnmeisterei neben den geschilderten Aufgaben auch für die Bearbeitung von Wohnungsmietverträgen und bestimmten Gestattungsverträgen im Bezirk zuständig, was einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsumfang ausmachte. Verwaltungsmäßig und fachlichunterstand die Bahnmeisterei Itzehoe dem Betriebsamt Glückstadt, nach dessen Auflösung dem Betriebsamt Hamburg-Altona.
An diesem Aufgabengebiet und Zuständigkeitsbereich änderte sich bis gegen Ende der 60´er Jahre des letzten Jahrhunderts relativ wenig, wenn man von der Erweiterung des Bezirks Richtung Süden nach Auflösung der Bahnmeisterei Krempe absah. Auch der Signal- und Fernmeldedienst der benachbarten Bahnmeistereien Wilster und Glückstadt wurde bereits zuvor in Itzehoe konzentriert.


Bis 1970 wurde der Fernmeldedienst aus der Bahnmeisterei ausgegliedert und im gesamten Direktionsbezirk bei der Fernmeldemeisterei (Fm) Hamburg zusammengefaßt; die bisher für die Anlageninstandhaltung zuständigen Mitarbeiter verblieben jedoch noch bis in die 80´er Jahre hinein mit sich immer wieder verändernder Bezirkszuweisung vor Ort.
Gleichfalls wurde der Signaldienst bei sämtlichen Bahnmeistereien ausgegliedert und im Falle von Itzehoe der Signalmeisterei (Sigm) Hamburg-Altona zugeschieden. Die örtlichen Mitarbeiter blieben unter Leitung eines Werkstattleiters ebenfalls vor Ort.
Die bisherigen federführenden Aufgaben der Bahnmeisterei Itzehoe bezüglich der Vertragsbearbeitung gingen auf das Betriebsamt über; Schrankenposten wurden vom jeweiligen Bahnhof übernommen.


Damit beschränkte sich die Zuständigkeit der Bahnmeisterei Itzehoe bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1978 auf die Oberbau- und Hochbauinstandhaltung. Allerdings war die Bahnmeisterei Wilster inzwischen aufgelöst worden; der Itzehoer Bezirk reichte nun von Altendeich bis zur Hochdonner Kanalbrücke bzw. bis Brunsbüttel. Auf der Wrister Strecke blieb es bei der Grenze kurz hinter Edendorf. Auch hier hatte sich der Aufgabenumfang in den letzten Jahren verändert: war in früheren Jahren der überwiegende Teil der Gleisunterhaltung mit der eigenen „Rotte“ durchgeführt worden, so kamen jetzt zunehmend der Gleisbauhof Hamburg-Harburg und/oder Fremdfirmen zum Einsatz; der Bahnmeisterei oblag im Wesentlichen noch Planung, Aufmaß, Bauüberwachung und Abrechnung der Maßnahmen.
Letzter Dienststellenleiter der Bahnmeisterei Itzehoe war Technischer Bundesbahnamtmann Klaus-Jörg Meier.

Im Jahre 1978 wurde die Bahnmeisterei dann als sogenannter Baubezirk zunächst der Bahnmeisterei Hamburg-Altona und 1986 im Zuge der Aufhebung der Ämterebene der Bahnmeisterei Husum zugeordnet.
Mit Einrichtung der Deutschen Bahn AG ging dieser Baubezirk dann im sogenannten „Netzbezirk“ der DB Netz AG Hannover auf; in ihm sind Betrieb, Signal- und Oberbaudienst vereinigt. Mitarbeiter des Netzbezirks haben noch heute ihren Sitz im Gebäude der ehemaligen Bahnmeisterei Itzehoe.

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